3 Tipps, die du nicht verpassen solltest, damit auch dein Kind gerne liest!

Wusstest du, dass das Lesen die Voraussetzung für die Bildung deines Kindes ist?

Ich verrate dir, warum das so ist und was du dafür tun kannst.

Mama, liest du mir was vor?

Dieser Artikel entstand durch einen Zeitungsartikel, den ich am 1. 11. 2019 in der Ausgabe 44 in der Wochenendausgabe der Blitz entdeckte.

Das Vorlesen ist ein Schlüssel für den besseren sprachlichen Ausdruck, kognitive Fähigkeiten und die Entwicklung von mehr Sozialkompetenz. Laut einer Vorlesestudie, die seit 2007 jährlich mit 700 Eltern von Kindern im Alter von zwei bis acht Jahren telefonisch erhoben wird, zeigt sich, dass das Vorlesen eine wichtige Voraussetzung für das leichtere Lesenlernen darstellt. Vier von Fünf Kindern, denen regelmäßig vorgelesen wurde und wird, fällt das Lesenlernen in der Schule viel leichter.

Viele Eltern verstehen den Begriff des Vorlesens zu eingeschränkt. Zum Vorlesen gehört es auch, Bilder in einem Buch anzuschauen, Geschichten zu erzählen,Babys schon einfache Bücher zu zeigen und dazu zu erzählen.

Ein Beispiel aus meiner Lernakademie:

Warum können unsere Kinder immer schlechter lesen und schreiben?

Ein Grundschüler sitzt vor mir und soll einen komplett groß geschriebenen Text richtig abschreiben. Diese Aufgabe wird in Proben ab der 3. und 4. Klasse oft gestellt, um hier zu testen, ob die Groß- und Kleinschreibung umgesetzt werden kann.
Nur zwei Sätze mute ich meinem Kind zu. Nur zwei Sätze, in denen mein Schüler die Nomen und am Anfang geschriebenen Wörter von allen anderen Wortarten unterscheiden muss.
Doch das ist nicht die alleinige Hürde, die mein Schüler hier überwinden muss. Hier geht es auch um das richtige Abschreiben, um die Hand-Auge-Koordination, die Schwierigkeiten bereitet.
Vielleicht schreibt das Kind Buchstabe für Buchstabe ab, um keine Fehler zu machen, was aber die Zeit, um einen Text abzuschreiben unendlich erschwert und in die Länge zieht. Wenn ich dieses Abschreibverhalten beobachte, dann heißt es für mich, ganz schnell das richtige Abschreiben lehren. Das heißt aber auch, das Selbstbewusstsein zu stärken, denn ein Kind, das Buchstabe für Buchstabe abschreibt, hat es entweder nicht anders gelernt oder es hat Angst, sich ein ganzes Wort nicht merken zu können. Hier heißt es erst einmal Mut machen und die richtigen Strategien anwenden.
Was aber, wenn ich ein Kind habe, das schnell fertig werden möchte und sich jedes Wort viel zu kurz anschaut und so leider auf einen Doppellaut, ein langes i oder ein h gar nicht achtet.
Beide Abschreibarten erlebe ich tagtäglich. Und das Abschreiben hat ja mit dem Lesen zu tun, nicht wahr?
In der Schule wird das Abschreiben trainiert. Meine Erfahrungen zeigen mir jedoch, dass aufgrund des vollgestopften Lehrplanes für das Abschreiben viel weniger Zeit bleibt als noch vor Jahren.
Vorgefertigte Unterlagen in kopierter Form, Arbeitshefte, in die nur noch ein paar Wörter je nach Übung eingetragen werden müssen, füllen schon genug Zeit, sodass für ein trainierendes Abschreiben kaum noch Raum bleibt.
Ich bin eine Generation, die noch ohne Kopien und Arbeitshefte durch die Grundschule kam. Ich habe noch von der Tafel abgeschrieben. Mein Auge hatte einen viel weiteren Weg, musste sich viel länger das Wort oder auch den Satz merken, der ins Heft übertragen werden sollte.

Ich hörte noch viele Märchen, es gab wenig Fernsehen und tatsächlich Zeit.

Wenn ich aus der Studie erfahre, dass nur knapp ein Drittel, 32 Prozent aller Eltern ihren Kindern im Alter zwischen zwei und acht Jahren selten oder nie vorliest, dann hoffe ich durch diesen Blogartikel
vielen Eltern Mut zu machen, um hier den Start der Schullaufbahn zu erleichtern.
Wusstest du, dass das Lesen, die Voraussetzung für die Bildung deines Kindes ist? Mit dieser Frage startete ich diesen Artikel.

Meine drei versprochenen Strategien für ein DARF-Lesen, statt MUSS-Lesen

Tipp #1: Schaffe eine schöne Leseatmosphäre, weg vom MUSS, hin zum DARF

Eine schöne Atmosphäre schaffst du als Elternteil, wenn du dir deinen eigenen Alltagsdruck heraus nimmst und die Küche für diesen Moment Küche sein lässt.
Die Kinderzeit schreitet so schnell voran und wir können gerade vor und in der Grundschulzeit so viel Gutes säen, sodass der Abwasch am Abend wirklich warten kann.
Eine schöne Leseatmosphäre schaffst du natürlich nicht nur mit einem Buch und mit deiner Zeit, sondern es braucht noch Anreize:

Vielleicht bekommen die Kinder eine Tasse Schokolade, eine Obsttorte (kleingeschnittenes Obst auf einem Teller schön angerichtet), Sitzkissen am Boden, dazu eine gemütliche Lampe usw. 

Beziehe deine Kinder mit ein, wie sie sich so einen Leseabend wünschen würden.
Wenn deine Kinder nach ein paar Tagen genau diesen Vorleseabend beginnen zu genießen, dann kannst du sie bitten, dir in der Küche zu helfen. Als Belohnung gibt es eine noch längere Geschichte und du hast die unaufgeräumte Küche nach dem Abendessen nicht mehr im Nacken.
Ohne deinen Zeitdruck, den deine Kinder spüren, kommt ihr miteinander in eine so entspannte Atmosphäre, dass das Vorlesen weit schöner ist, als sich von einem Film berieseln zu lassen.

Tipp #2: Biete Lesematerial mit Bildern an

Diesen Tipp gebe ich all meinen Eltern, deren Kinder unbedingt lesen üben müssen, wenn die Rechtschreibung besser werden soll. Das Lesen wird nicht nur für das Fach Deutsch gebraucht, sondern für alle anderen Fächer. Sogar im Fach Mathematik kommen gute Schüler an ihre Grenzen, wenn sie die Textaufgaben nicht lesen können.
Kinder, die nicht gut lesen, schreiben auch nicht gut. Kinder die nicht gerne lesen, schreiben auch nicht gerne und das sollte man unbedingt überwinden.
So gehst du diplomatisch vor:
Dein Kind sitzt neben dir, das Buch aufgeschlagen, ein spannendes Buch, was sich für dein Kind auch lohnt zu lesen. Auf der einen Seite seht ihr ein Bild und ein kleines Stück Text und auf der anderen Seite nur Text.

Nun fragst du dein Kind, welche Seite es denn lesen möchte?

Was glaubst du, wird dein Kind antworten?
Die Seite mit dem Bild, weil es hier ja viel weniger Text zum Lesen hat.

Mit dieser Antwort hast du aber ein JA von deinem Kind bekommen, das es überhaupt mit dir lesen will und das MUSS ist die Ferne gerückt.
Du liest nun die Seite ohne Bild vor. Nach diesen beiden Seiten kannst du deinem Kind schon einmal Fragen stellen, zu Personen, zu Situationen, was dir einfällt. So bekommst du mit, ob hier auch der Sinn des Gelesenen verstanden wurde und der Sprachschatz deines Kindes wird ebenfalls gefördert.
Nun blättert ihr um. Ups, schon wieder eine Seite ohne Bild.

Du fragst wieder und dein Kind wird sich für die Seite mit dem Bild entscheiden. Du bist nun zwar noch mal dran und dein Kind darf sich dafür ausruhen, doch es kann so den Inhalt besser begreifen.
Ist dein Kind an der Reihe, ist es ausgeruht, hat mehr Freude, ist neugierig wie es weitergeht und du wie auch dein Kind, ihr merkt nicht mehr, wie die Zeit vergeht.

Die zeitliche Begrenzung von 15 Minuten fällt hier weg, weil ihr beide neugierig geworden seid, neugierig darauf, wie es weitergeht.
Und schwupps, habt ihr sogar ein ganzes abgeschlossenes Kapitel gelesen.

Oft erlebe ich, dass Eltern ihre Kinder alleine lesen lassen. Sie geben ihnen ein Buch oder laden sich hier sogar eine Leseapp herunter.

Was ist das Ergebnis?

Du hast keine Kontrolle, was dein Kind überhaupt liest, ob es die richtigen Wörter liest, ob es die Endungen liest oder verschluckt. Du wunderst dich dann, wenn du vom Lehrer immer noch die Aussage bekommst, dass dein Kind leider immer noch keine Fortschritte im Lesen gemacht hat.
Ein Kind, das schon gut lesen kann, das wird anfangen Bücher zu verschlingen und natürlich leise lesen. Das ist auch gut so und bei weitem nicht so anstrengend wie das laute Lesen.
Doch ein Leseanfänger, der sollte beim Lesen unbedingt kontrolliert werden. Denn schwierige Wörter werden sich leseschwache Kinder nicht erschließen und so lesen sie brav ihren Text, ohne den Inhalt begreifen zu können.

Testen kannst du das gut, indem du einfach mal nachfragst, was dein Kind denn gelesen hat. Vorausgesetzt, du weißt selbst, was in dem Text steht.

Ich weiß, dass es anstrengend ist, sich jeden Abend die Zeit zu nehmen, jeden Abend lesen, obwohl man so viel Arbeit im Nacken spürt oder einfach nur seine Ruhe haben möchte.
Doch ich möchte ehrlich sein und dir hier keine Entwarnung geben, wenn du deinem Kind die Schulzeit auf Dauer erleichtern möchtest.

Ich selbst hatte in der Grundschule aufgrund der Ganz-Wörter-Methode Leseschwierigkeiten und auch mein Sohn, der mathematisch sehr begabt war und es immer noch ist, durfte mit mir täglich lesen. Bis zur dritten Klasse haben wir alle Bände von Tiger-Team von Thomas Brezina verschlungen, bis es Klick machte und er allein Bücher in die Hände nahm. Es hat sich gelohnt, es lohnt sich immer, denn die Welt des Buches kann keinen Film ersetzen. Hier bildet sich Fantasie, hier entspannt sich der kindliche Organismus und wird nicht durch den medialen Konsum blockiert.

Tipp #3: Ein kleines Kind mit einbeziehen

Hast du noch ein jüngeres Kind, dann bietet es sich an, das eine Kind an die linke Seite und das andere Kind auf die andere Seite zu setzen. Das kleine Kind hat hier einen extremen Vorteil, weil es ein tägliches Vorlesen genießt. Wenn du auch hier dem Kindergartenkind Fragen zum Inhalt stellst, wird sich der Sprachschatz weit besser erweitern und du bekommst mit, ob es sich den Inhalt merken konnte und auch verstanden hat. Das ältere Kind kann dann antworten, wenn das kleine Kind die Antwort nicht wusste.
Deinem jüngeren Kind kann nichts Besseres passieren, als dass es liebevoll in die Lesewelt mit einbezogen wird. Hier entsteht Sprache, hier entsteht Bildung.

Liebe Mama, lieber Papa, ich würde mir wünschen, dass ich dir mit diesem Artikel aufzeigen konnte, dass das Lesen nicht nur für die Entwicklung deines Kindes, deiner Kinder wichtig ist, sondern dass du mit dem Vorlesen den Schlüssel für die Bildung deines Kindes schon sehr früh in der Hand hast.

Welche Erfahrung hattest du mit dem Lesen und wie realisierst du es heute mit deinem Kind oder deinen Kindern?

Damit du schneller an Buchideen kommen kannst, habe ich dir eine Liste einiger beliebter Bücher für Jungen und Mädchen nach Alter sortiert aufgeschrieben.

Klicke auf das Bild und lade dir die beliebtesten Bücher herunter.

 

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Christine Weidner Bild rundChristine Weidner

Als Lernstrategie-Coach, Konzentrationstrainerin, Dipl. System Coach für ADS/ADHS nehme ich dich als Mutter an die Hand, um sie durch den Schulalltags-Dschungel zu begleiten.

Inspiriert durch Erfahrungen im Umgang mit meinen Schülern und Eltern habe ich angefangen, Blogartikel zu schreiben. In der Hoffnung viele Mütter durch meine Ideen zu inspirieren, lasse ich immer dann, wenn mein Herz schreiben will, einen Artikel entstehen.

Mein Wunsch ist es, dass ich viele Mütter unterstützen kann, mit ihren Erfahrungen rund um das Thema Schule und Erziehung ausgeglichener umgehen zu können.

Damit ihr beide den Schul- und Hausaufgaben-Alltag wieder gelassener, leichter und harmonischer und vor allem mit viel mehr Spaß meistern könnt, habe ich einige Tipps und Kniffe zusammengestellt, mit denen du dir und deinem Kind helfen kannst.

Willst auch du die Hausaufgaben-Situation am Nachmittag entspannen und hier Tipps für mehr Lust und Spaß bei den Hausaufgaben bekommen, dann klicke hier: Ja, ich möchte.

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